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Keine Angst vor Herzdruckmassage

Mediziner des St. Elisabeth-Hospitals geben Schlaganfall-Selbsthilfegruppe „Young Strokers“ Erste-Hilfe-Tipps für den Notfall

 

Gütersloh. Wissen Sie, was in einem medizinischen Notfall zu tun ist? So mancher wird jetzt wohl etwas ratlos an die Zeiten seiner Führerscheinprüfung zurück denken. Etwa 30 Mitglieder der „Young Strokers“, der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe für junge Menschen, haben jetzt ihr Wissen aufgefrischt.

 

Dabei wissen sie nur zu gut, wie wichtig im Notfall die Erste Hilfe ist. Sie selbst haben einen Schlaganfall erlitten oder haben als Angehöriger die Erfahrung machen müssen. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand und dem damit verbundenen Sauerstoffmangel können schon nach sechs bis sieben Minuten irreversible Schäden auftreten. „In den seltensten Fällen ist dann schon der Notarzt vor Ort“, sagt Norbert Zoremba, Chefarzt der Klinik für Anästhesie am St. Elisabeth-Hospital Gütersloh. Er hat den zweistündigen Erste-Hilfe-Kursus mit Jan Meilahn, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege, Fachkrankenschwester Helena Unruh und Stephan Wörheide, Oberarzt für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie in den Räumen der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe durchgeführt.

 

Je eher, desto besser: Erste Hilfe kann Leben retten. „Sie können nur etwas falsch machen, indem sie nichts tun“, sagte Zoremba und ermunterte seine Zuhörer zur Herzdruckmassage. „Was ist schon eine gebrochene Rippe gegen erhebliche Schäden oder sogar den Tod?“ Im Praxisteil legten die „Young Strokers“ schließlich selbst Hand an und übten an Reanimationspuppen Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung.

 

Doch zunächst lieferte der Chefarzt weitere Zahlen und Fakten: Pro Jahr werden deutschlandweit etwa 48.000 Menschen reanimiert, in Gütersloh sind es etwa 60. Etwa 15 Prozent können das Krankenhaus später nahezu gesund wieder verlassen. „Durch primäre Reanimation durch Ersthelfer können es zehn Prozent mehr sein“, betont Norbert Zoremba.

 

Und auch wenn Rollstuhlfahrer oder halbseitig gelähmte Menschen  –  so wie an diesem Abend bei den Young Strokers durchaus dabei – können ihren Beitrag zur Ersten Hilfe leisten: „Zögern Sie nicht,  die 112 anzurufen“, betont der Chefarzt. 

 

Dass in Deutschland in Sachen Erste Hilfe noch viel Nachholbedarf besteht, untermauerten die Mediziner ebenfalls mit Zahlen und Fakten: Etwa 60 Prozent der Herzstillstände treten ein, wenn der Betroffene nicht allein ist. Doch in nur 17 Prozent der Fälle wird Erste Hilfe geleistet. Zum Vergleich: In den Niederlanden steht etwa 75 Prozent beobachteter Fälle eine Erste-Hilfe-Quote von über 60 Prozent gegenüber. Das liegt laut Zoremba auch daran, dass Erste Hilfe in Skandinavien ein Schulfach ist. 

 

– Wer sein Wissen in Sachen Erst Hilfe ebenfalls auffrischen möchte, kann sich an das Team des St.-Elisabeth-Hospitals wenden unter Telefon 05241/5070.

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Was ist in einem Notfall zu tun?

 

1. Prüfen: Sprechen sie den Patienten an, rütteln sie seine Schultern! Gegebenenfalls die Atemwege durch Überstrecken des Kopfes frei machen!

2. Rufen: Holen sie eine weitere Person dazu und wählen sie die 112!

3. Drücken: Haben sie keine Angst vor einer Herzdruckmassage!

 

So geht’s richtig:

Legen sie beide Hände übereinander zwischen die Brustwarzen auf, drücken sie die Arme durch und achten sie darauf, mit den Schultern über dem Druckpunkt zu sein, damit sie Kraft einsetzen können.

Drücken sie 100 Mal pro Minute mindestens fünf bis sechs Zentimeter tief. Dabei sollte auf eine vollständige Entlastung geachtet werden, damit sich das Herz wieder füllen kann.

Es hilft, dabei ein Lied mit einem 100er-Beat zu summen, beispielsweise „Staying Alive“ von den Beegees.

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Foto: Stephan Wörheide, Norbert Zoremba, Helena Unruh und Jan Meilahn (von links) haben den „Young Strokers“ wertvolle Tipps zum Thema Erste Hilfe gegeben.       Text und  Foto: Dunja Delker

 

 

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Gut zu wissen, dass bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand und dem damit verbundenen Sauerstoffmangel schon nach sechs bis sieben Minuten irreversible Schäden auftreten können. Mein Onkel macht sich Sorgen darüber, dass der Blutdruck seines Vaters in letzter Zeit sehr hoch ist. Er möchte deshalb einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen, um in den ersten sechs bis sieben Minuten nach Eintritt des Stillstandes helfen zu können.

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